Zimmererlexikon – Fachbegriffe aus Holzbau und Zimmerei
Von Abbund bis Walmdach: die wichtigsten Begriffe aus dem Zimmererhandwerk, kurz und präzise erklärt. Jeder Begriff hat eine eigene Seite mit Definition, Einsatzbereich und Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen.
154 Begriffe
A
-
Abbrandrate
Geschwindigkeit, mit der sich die Verkohlungsgrenze im Brandfall in ein Holzbauteil hinein bewegt. Mit ihr lässt sich der Restquerschnitt rechnerisch bestimmen.
Entwurf -
Abbund
Das Zuschneiden und Bearbeiten der Holzbauteile (Zapfen, Versätze, Ausklinkungen, Bohrungen) vor der Montage, heute überwiegend CNC-gestützt in der Abbundsoftware und -anlage.
Entwurf -
Abbundanlage
CNC-gesteuerte Maschine zur Bearbeitung von Balken und Platten, etwa für Sägeschnitte, Bohrungen, Kerven und Zapfen. Sie arbeitet den Maschinendatensatz Bauteil für Bauteil ab.
Entwurf -
Abbundplan
Zeichnung mit Bauteilmaßen, Bearbeitungen, Winkeln, Anschlüssen und Kennzeichnungen für den Abbund. Nach ihm wird von Hand oder maschinell gefertigt.
Entwurf -
Abbundprogramm
Software zur Konstruktion von Holztragwerken und zur Erzeugung von Maschinen-, Werkstatt- und Montageinformationen. Aus ihr entstehen Pläne, Listen und Maschinendaten.
Entwurf -
Abgratung
Bearbeitung der oberen Kanten eines Grat- oder Kehlsparrens, damit Schalung und Dachlatten sauber aufliegen. Die Kante wird dabei auf die Ebenen beider Dachflächen abgeschrägt.
Entwurf -
Auflager
Stelle, an der ein Bauteil abgestützt wird und Kräfte weiterleitet. Aus der Auflagerart folgt, welche Kräfte und Momente übertragen werden.
Entwurf -
Aufmaß
Erfassung vorhandener oder ausgeführter Maße auf der Baustelle. Es dient als Grundlage für Planung, Fertigung und Abrechnung.
Entwurf -
Aufschiebling
Kurzes Holz am unteren Sparrenende, mit dem die Dachfläche im Traufbereich flacher ausläuft. Es verändert die Neigung und verlängert den Überstand.
Entwurf -
Ausführungsplanung
Planungsstufe, in der die bauliche Lösung mit allen Maßen, Aufbauten und Details ausführungsreif dargestellt wird. Sie ist die Grundlage der Werkplanung.
Entwurf -
Aussteifung
Maßnahmen zur Aufnahme horizontaler Lasten, etwa aus Wind, Schiefstellung oder Erdbeben. Ohne Aussteifung ist ein Tragwerk in seiner Ebene nicht stabil.
Entwurf
B
-
Balkenschuh
Metallverbinder zum Anschluss eines Balkens an einen anderen Balken, eine Wand oder eine Stütze. Er ersetzt zimmermannsmäßige Verbindungen dort, wo Kräfte direkt eingeleitet werden sollen.
Entwurf -
Bauholz
Holz, das für tragende oder aussteifende Bauteile verwendet wird, etwa Balken, Sparren und Pfetten. Es muss festigkeitssortiert sein und zur jeweiligen Gebrauchsklasse passen.
Entwurf -
Bauteilorientierung
Festlegung, welche Seite eines Bauteils oben, unten, links, rechts, vorne oder hinten liegt. Sie entscheidet, auf welcher Fläche eine Bearbeitung tatsächlich landet.
Entwurf -
Bearbeitungsmakro
Gespeicherte Bearbeitungsregel oder Folge von Bearbeitungen, die wiederholt auf Bauteile angewendet wird. Sie beschreibt etwa eine Kerve oder einen Zapfen mit ihren Parametern.
Entwurf -
Beplankung
Flächige Bekleidung eines Holzrahmens mit Plattenwerkstoffen. Sie steift die Wand aus und dient als Untergrund für weitere Schichten.
Entwurf -
Biegemoment
Innere Beanspruchung, die ein Bauteil krümmt. Im Holzbau ist es meist die maßgebende Größe für die Wahl der Trägerhöhe.
Entwurf -
BIM
Building Information Modeling: Planung und Verwaltung eines Bauwerks anhand eines informationsreichen digitalen Modells. Alle Beteiligten arbeiten an gemeinsamen Daten.
Entwurf -
Blattverbindung
Verbindung, bei der zwei Hölzer durch gegenseitiges Ausnehmen ihrer Querschnitte überlappen. Je nach Form spricht man von geradem Blatt oder Hakenblatt.
Entwurf -
Blockbau
Bauweise mit waagerecht übereinanderliegenden Balken oder Bohlen, die zugleich Wand und Tragkonstruktion bilden. Die Wand setzt sich beim Trocknen deutlich.
Entwurf -
Bohraggregat
Maschineneinheit zur Herstellung von Durchgangs-, Sackloch- und Schrägbohrungen. Bohrbilder für Verbindungsmittel entstehen damit automatisch.
Entwurf -
Bolzen
Metallisches Verbindungsmittel mit Kopf und Mutter, das durch vorgebohrte Löcher geführt und angezogen wird. Unterlegscheiben verteilen die Pressung.
Entwurf -
Brandriegel
Nicht oder schwer brennbare Unterbrechung in Hohlräumen oder Fassaden, die eine Brandausbreitung begrenzt. Er unterteilt durchgehende Luftschichten.
Entwurf -
Brandschutzbekleidung
Bekleidung, die tragende Holzbauteile für eine bestimmte Zeit vor direkter Brandeinwirkung schützt. Sie verzögert die Erwärmung des Holzes.
Entwurf -
Brettsperrholz (BSP/CLT)
Flächiges Holzbauelement aus kreuzweise verklebten Brettlagen. Brettsperrholz trägt in beide Richtungen und wird für Wände, Decken und Dächer eingesetzt.
Entwurf -
BSH (Brettschichtholz)
Aus mehreren Brettlagen verleimtes Schichtholz (Leimbinder). Es ist form- und maßstabil, hoch tragfähig und wird häufig für Pfetten, Träger und weit gespannte Bauteile eingesetzt.
Entwurf
C
-
CAD
Computer-Aided Design: computergestütztes Zeichnen und Konstruieren von Gebäuden und Bauteilen. Im Holzbau ist es die Grundlage für Pläne, Listen und Maschinendaten.
Entwurf -
CAM
Computer-Aided Manufacturing: computergestützte Vorbereitung und Steuerung der maschinellen Fertigung. Aus dem Modell entstehen die Daten für die Maschine.
Entwurf -
Chemischer Holzschutz
Behandlung von Holz mit zugelassenen Schutzmitteln gegen Pilze oder Insekten. Er kommt zum Zug, wenn konstruktive Maßnahmen allein nicht ausreichen.
Entwurf -
CNC
Abkürzung für Computerized Numerical Control. Maschinenbewegungen und Bearbeitungsschritte werden über digitale Steuerdaten ausgeführt statt von Hand eingestellt.
Entwurf
D
-
Dachausmittlung
Geometrische Ermittlung aller Dachflächen, Schnittlinien, Höhen und Holzlängen eines Daches. Sie ist die Grundlage für Abbund und Materialbedarf.
Entwurf -
Dachneigung
Winkel einer Dachfläche gegenüber der Waagerechten, meist in Grad angegeben. Sie bestimmt Eindeckung, Holzlängen und Lastansätze mit.
Entwurf -
Dachstuhl
Tragende Holzkonstruktion eines Daches aus Sparren, Pfetten, Stützen und Aussteifungen. Die Bauart richtet sich nach Spannweite, Grundriss und Nutzung des Dachraums.
Entwurf -
Dampfbremse
Baustoffschicht, die den Durchgang von Wasserdampf begrenzt, aber nicht vollständig verhindert. Sie schützt die Konstruktion vor Feuchte aus dem Raum.
Entwurf -
Dampfsperre
Schicht mit sehr hohem Wasserdampfdiffusionswiderstand, die den Feuchteeintrag stark reduziert. Sie lässt der Konstruktion kaum Rücktrocknung.
Entwurf -
Dauerhaftigkeitsklasse
Einstufung der natürlichen Widerstandsfähigkeit einer Holzart gegen holzzerstörende Organismen. Sie reicht von sehr dauerhaft bis nicht dauerhaft.
Entwurf -
Deckenbalken
Waagerechtes tragendes Bauteil einer Holzbalkendecke. Deckenbalken werden gleichmäßig eingeteilt und übertragen die Deckenlasten auf Wände oder Unterzüge.
Entwurf -
Durchbiegung
Formänderung eines Bauteils unter Belastung, etwa das Absinken eines Deckenbalkens. Sie ist oft maßgebend, noch bevor die Festigkeit erreicht wird.
Entwurf -
Durchlaufträger
Träger, der über mehr als zwei Auflager durchläuft. Gegenüber dem Einfeldträger ergeben sich kleinere Durchbiegungen, dafür Stützmomente über den mittleren Auflagern.
Entwurf
E
-
Einfeldträger
Träger, der zwischen genau zwei Auflagern spannt. Er ist das einfachste statische System und Grundlage vieler Nachweise.
Entwurf
F
-
Festigkeitsklasse
Einteilung von Bauholz nach seiner Tragfähigkeit, bei Nadelholz zum Beispiel C24. Die Klasse folgt aus der Sortierung und liefert die Rechenwerte für die Statik.
Entwurf -
Feuerwiderstand
Zeitspanne, in der ein Bauteil unter festgelegter Brandbeanspruchung seine geforderten Funktionen erfüllt. Angegeben wird sie in Minuten, etwa F30 oder REI 60.
Entwurf -
Fingerfräser
Schaftförmiges Fräswerkzeug für Zapfenlöcher, Ausblattungen, Profile, Taschen und Nuten. Es arbeitet in beliebiger Kontur.
Entwurf -
First
Die obere, waagerechte Kante eines Daches, an der zwei geneigte Dachflächen zusammentreffen.
Entwurf -
Flugsparren
Außenliegender Sparren am Giebel, der den Dachüberstand bildet. Er wird über Sparrenköpfe oder Pfettenüberstände getragen.
Entwurf -
Furnierschichtholz (FSH/LVL)
Hochfester Holzwerkstoff aus mehreren verleimten Furnierlagen. Furnierschichtholz kommt dort zum Einsatz, wo Vollholz an seine Grenzen stößt, etwa bei Trägern, Stützen und Randbalken.
Entwurf
G
-
Gebrauchsklasse
Einstufung der Beanspruchung eines Holzbauteils durch Feuchtigkeit und mögliche Schädlinge. Aus ihr folgt, ob und welcher Holzschutz nötig ist.
Entwurf -
Gefach
Zwischenraum zwischen Ständern, Riegeln, Balken oder Streben. Im Holzrahmenbau nimmt das Gefach die Dämmung auf.
Entwurf -
Gefährdungsbeurteilung
Systematische Ermittlung möglicher Gefahren bei einer Arbeit und Festlegung geeigneter Schutzmaßnahmen. Sie ist für den Betrieb verpflichtend und muss dokumentiert werden.
Entwurf -
Gehrungsschnitt
Schräger Schnitt, mit dem zwei Bauteile meist winkelhalbierend aneinanderstoßen. Er verbirgt die Stirnfläche und ergibt eine saubere Kante.
Entwurf -
Grat
Nach außen hervortretende schräge Schnittlinie zwischen zwei Dachflächen. Auf ihr liegt der Gratsparren, an den die Schifter anschließen.
Entwurf -
Gratsparren
Diagonaler Sparren an der Außenkante (dem Grat) eines Walm- oder Zeltdachs, der von der Gebäudeecke zum First läuft und die Kante zwischen zwei Dachflächen bildet.
Entwurf -
Grundrisslinie
Linie in der Draufsicht, mit der Traufen, Firste, Grate und Kehlen dargestellt werden. Aus ihr entsteht die gesamte Dachausmittlung.
Entwurf
H
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Hängewerk
Tragwerk, bei dem ein unteres Bauteil über Zugglieder an einer oberen Konstruktion aufgehängt wird. So lassen sich große Spannweiten ohne Mittelstütze überbrücken.
Entwurf -
Hexenschnitt
Sägeschnitt, der gleichzeitig in zwei Ebenen geneigt ist. Er tritt an Schiftern sowie an Grat- und Kehlsparren auf.
Entwurf -
Hinterlüftung
Belüfteter Hohlraum hinter einer Bekleidung, durch den eingedrungene Feuchtigkeit abgeführt wird. Zu- und Abluftöffnungen müssen frei bleiben.
Entwurf -
Holzfeuchte
Anteil des im Holz enthaltenen Wassers, bezogen auf die Trockenmasse. Die Holzfeuchte beeinflusst Maßhaltigkeit, Festigkeit und Dauerhaftigkeit.
Entwurf -
Holzliste (Stückliste)
Auflistung aller Holzbauteile mit Querschnitt, Länge, Stückzahl, Holzart und Volumen. Sie dient als Grundlage für Einkauf, Kalkulation und die Übernahme in die Abbundsoftware.
Entwurf -
Holznagel
Traditionelles Verbindungsmittel aus Holz, das Zapfen- und Blattverbindungen sichert. Er wird in ein leicht versetztes Loch getrieben und zieht die Verbindung dabei zusammen.
Entwurf -
Holzrahmenbau
Bauweise mit einem tragenden Gerippe aus Ständern, Riegeln und Schwellen, das durch Plattenwerkstoffe ausgesteift wird. Die Gefache nehmen die Dämmung auf.
Entwurf -
Holzschwund
Verkleinerung des Holzquerschnitts beim Trocknen unterhalb des Fasersättigungsbereichs. Quer zur Faser fällt der Schwund deutlich stärker aus als längs.
Entwurf -
Holzskelettbau
Bauweise mit einem tragenden Gerüst aus Stützen und Trägern. Die Wände dazwischen sind nicht tragend und lassen große Öffnungen zu.
Entwurf -
Holztafelbau
Holzrahmenbauweise mit großformatig vorgefertigten Wand-, Decken- oder Dachelementen. Die Tafeln werden im Werk hergestellt und auf der Baustelle montiert.
Entwurf -
Hundegger-BTL
Häufig verwendetes Datenformat zur Übertragung von Bauteil- und Bearbeitungsinformationen an Abbundmaschinen. Es beschreibt je Bauteil den Rohling und alle Bearbeitungen.
Entwurf
I
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IFC
Offenes Datenformat für den Austausch von Gebäudemodellen zwischen unterschiedlichen Programmen. Es transportiert Geometrie und Bauteilinformationen, keine Maschinendaten.
Entwurf -
Installationsebene
Zusätzliche Ebene vor der luftdichten Schicht, in der Kabel und Leitungen geführt werden. So bleibt die Luftdichtheitsebene unverletzt.
Entwurf
K
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Kammnagel
Profilierter Nagel mit erhöhter Auszugfestigkeit, der vor allem zusammen mit Metallverbindern wie Balkenschuhen eingesetzt wird. Er gehört zur geregelten Anschlusslösung des Verbinders.
Entwurf -
Kapselung
Brandschutztechnische Ummantelung eines brennbaren Bauteils, die dessen Erwärmung und Entzündung verzögert. Sie ist strenger geregelt als eine einfache Bekleidung.
Entwurf -
Kehlbalken
Waagerechtes Bauteil, das zwei gegenüberliegende Sparren verbindet und deren freie Spannweite verkürzt. Es gibt dem Kehlbalkendach seinen Namen.
Entwurf -
Kehlbalkendach
Sparrendach, dessen gegenüberliegende Sparren durch waagerechte Kehlbalken verbunden sind. Die Kehlbalken verkürzen die Sparrenspannweite.
Entwurf -
Kehle
Nach innen liegende schräge Schnittlinie zwischen zwei Dachflächen. In der Kehle läuft das Wasser beider Flächen zusammen, was besondere Aufmerksamkeit bei der Eindeckung verlangt.
Entwurf -
Kerve
Ausnehmung an der Unterseite eines Sparrens, mit der dieser formschlüssig auf einer Pfette oder Schwelle aufliegt. Die Kerve überträgt die Auflagerkraft und sichert die Lage.
Entwurf -
Kippen
Seitliches Ausweichen mit gleichzeitiger Verdrehung eines auf Biegung beanspruchten Trägers. Hohe schmale Träger sind besonders gefährdet.
Entwurf -
Knicken
Seitliches Ausweichen eines schlanken, auf Druck beanspruchten Bauteils. Es tritt plötzlich auf und begrenzt die Tragfähigkeit von Stützen.
Entwurf -
Kollisionsprüfung
Digitale Kontrolle, ob Bauteile, Verbindungsmittel, Werkzeuge oder Bearbeitungen miteinander in Konflikt geraten. Sie findet Fehler vor dem Zuschnitt statt auf der Baustelle.
Entwurf -
Konstruktiver Holzschutz
Bauliche Maßnahmen, die Holz vor länger anhaltender Feuchtigkeit schützen, etwa Überstände, Abdeckungen und ausreichende Abstände. Er hat Vorrang vor chemischem Schutz.
Entwurf -
Konvektion
Transport von Wärme oder Feuchtigkeit durch strömende Luft, etwa durch Undichtheiten in der Gebäudehülle. Sie befördert weit mehr Feuchte als die Diffusion.
Entwurf -
Kopfband
Diagonale Aussteifung zwischen Pfosten und Pfette. Das Kopfband nimmt horizontale Kräfte auf und stabilisiert die Konstruktion gegen seitliches Verschieben.
Entwurf -
Kragarm
Bauteil, das an einem Ende eingespannt ist und am anderen Ende frei auskragt. Das größte Moment entsteht an der Einspannstelle.
Entwurf -
KVH (Konstruktionsvollholz)
Technisch getrocknetes, gehobeltes Vollholz mit definierter Sortier- und Oberflächenqualität. KVH wird für tragende Konstruktionen in Sicht- und Nicht-Sicht-Qualität verwendet.
Entwurf
L
-
Lastabtragung
Weg, über den Eigengewicht, Nutzlasten sowie Schnee- und Windlasten bis in die Fundamente weitergeleitet werden. Jede Unterbrechung dieses Wegs braucht ein Ersatzbauteil.
Entwurf -
Liegender Stuhl
Dachstuhl, bei dem schräg gestellte Stuhlsäulen oder Streben die Dachlasten ableiten. Der Dachraum bleibt dadurch weitgehend frei von Stützen.
Entwurf -
Luftdichtheitsebene
Durchgehende Schicht, die unkontrollierte Luftströmungen durch die Gebäudehülle verhindert. Sie liegt raumseitig und muss lückenlos angeschlossen sein.
Entwurf
M
-
Maschineller Abbund
Automatisierte Bearbeitung von Holzbauteilen auf einer CNC-gesteuerten Abbundanlage. Die Geometrie kommt aus dem Abbundprogramm, die Maschine sägt, bohrt und fräst danach.
Entwurf -
Maschinendatensatz
Digitale Datei mit Geometrien und Bearbeitungsinformationen, die vom Abbundprogramm an die CNC-Anlage übergeben wird. Sie beschreibt jedes Bauteil einzeln mit allen Bearbeitungen.
Entwurf -
Massivholzbau
Bauweise mit flächigen, massiven Holzelementen, etwa aus Brettsperrholz. Wände und Decken tragen als Scheiben und steifen zugleich aus.
Entwurf -
Mengenermittlung
Berechnung der benötigten oder ausgeführten Material- und Leistungsmengen. Sie ist Grundlage für Angebot, Bestellung und Abrechnung.
Entwurf -
Modulbau
Bauweise mit weitgehend fertig ausgestatteten, dreidimensionalen Raummodulen. Der größte Teil der Arbeit findet im Werk statt.
Entwurf -
Montageplanung
Festlegung von Montagereihenfolge, Transport, Hebepunkten, Personal, Geräten und Sicherungsmaßnahmen. Sie entscheidet über den Ablauf auf der Baustelle.
Entwurf
N
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Nachtrag
Zusätzliche oder geänderte Leistung, die im ursprünglichen Auftrag nicht oder anders vorgesehen war. Sie wird gesondert vereinbart und vergütet.
Entwurf -
Nagelplatte
Stahlblech mit ausgestanzten Zähnen, das maschinell in Holzbauteile eingepresst wird. Sie verbindet die Stäbe von Fachwerkbindern.
Entwurf -
Nesting
Optimierte Anordnung von Bauteilen auf einer Platte oder Rohmaterialfläche, um den Verschnitt zu verringern. Vor allem im Plattenzuschnitt gebräuchlich.
Entwurf -
Normalkraft
Kraft, die in Richtung der Bauteillängsachse wirkt und Zug oder Druck erzeugt. Stützen und Streben werden vor allem durch sie beansprucht.
Entwurf -
Nullpunkt
Festgelegter Bezugspunkt eines Bauteils oder einer Maschine, von dem aus Maße und Bearbeitungspositionen gerechnet werden. Ein falsch gesetzter Nullpunkt verschiebt alle Bearbeitungen.
Entwurf
O
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Ortgang
Die seitliche, geneigte Abschlusskante einer Dachfläche am Giebel, häufig mit Ortgangblech oder Windbrett ausgeführt.
Entwurf
P
-
Parametrische Konstruktion
Konstruktionsmethode, bei der Geometrien über Maße, Regeln und Abhängigkeiten gesteuert werden. Eine Änderung am Parameter zieht die gesamte Konstruktion nach.
Entwurf -
Passbolzen
Bolzen, der mit sehr geringem Spiel in einer genau hergestellten Bohrung sitzt. Dadurch bleiben die Verformungen des Anschlusses klein.
Entwurf -
Pfette
Waagerechter Träger, auf dem die Sparren aufliegen. Je nach Lage unterscheidet man Fußpfette (an der Traufe), Mittelpfette und Firstpfette.
Entwurf -
Pfettendach
Dachkonstruktion, bei der die Sparren auf längs verlaufenden Pfetten aufliegen. Die Pfetten werden von Stuhlsäulen oder Wänden getragen.
Entwurf -
Pfostenträger
Stahlbauteil zur Befestigung eines Holzpfostens auf Beton, Mauerwerk oder anderen Untergründen. Er hält das Holz vom Untergrund fern.
Entwurf -
Positionsplan
Übersichtsplan, in dem Bauteile eindeutige Positionsnummern erhalten. Über die Nummer findet jedes Bauteil auf der Baustelle seinen Platz.
Entwurf -
Profilschnitt
Senkrechter Schnitt durch Gebäude oder Dach, der Höhen, Dachneigungen und Bauteilquerschnitte zeigt. Aus ihm werden wahre Längen abgegriffen.
Entwurf -
Pultdach
Definition in redaktioneller Bearbeitung.
Entwurf
Q
R
-
Rähm
Oberer waagerechter Abschluss einer Holzrahmen- oder Fachwerkwand. Auf dem Rähm liegen Deckenbalken oder die Sparrenlage auf.
Entwurf -
Riegel
Waagerechtes Holz zwischen den Ständern einer Wand, etwa als Fenster-, Tür- oder Zwischenriegel. Er begrenzt Öffnungen und Gefache.
Entwurf -
Ringdübel
Ringförmiges Verbindungsmittel, das in passende Fräsungen eingelegt wird und hohe Scherkräfte überträgt. Ein Bolzen hält die Verbindung zusammen.
Entwurf -
Rohteilkontur
Geometrie und Abmessungen des unbearbeiteten Ausgangsmaterials, aus dem das fertige Bauteil entsteht. Sie bestimmt Zuschnitt und Verschnitt.
Entwurf
S
-
Sägeaggregat
Maschineneinheit mit Sägeblatt, die Trenn-, Gehrungs-, Schifter- und andere Sägeschnitte ausführt. Es ist das meistgenutzte Aggregat einer Abbundanlage.
Entwurf -
Satteldach
Definition in redaktioneller Bearbeitung.
Entwurf -
Scheibendübel
Scheibenförmiger Dübel zwischen zwei Holzbauteilen, meist durch einen Bolzen gesichert. Er vergrößert die übertragbare Kraft gegenüber dem Bolzen allein.
Entwurf -
Scheibenfräser
Scheibenförmiges Werkzeug für Längsnuten, Quernuten und schmale Schlitze. Die Nutbreite ergibt sich aus der Scheibendicke.
Entwurf -
Schifterschnitt
Anschlussschnitt eines Schifters an einen Grat-, Kehl- oder Hauptsparren. Er ist in der Regel ein doppelt geneigter Schnitt.
Entwurf -
Schiftersparren
Verkürzte Sparren, die seitlich an einen Grat- oder Kehlsparren anschließen. Sie werden zum First hin zunehmend kürzer und haben jeweils eine eigene Länge und einen doppelten Anschnitt.
Entwurf -
Schlitzblechverbindung
Verbindung mit einem innenliegenden Stahlblech, das in einen Schlitz des Holzes eingesetzt und mit Stabdübeln befestigt wird. Sie überträgt hohe Kräfte und bleibt weitgehend verdeckt.
Entwurf -
Schlitzgerät
Aggregat mit Schlitzkette oder ähnlichem Werkzeug für tiefe und schmale Ausnehmungen. Damit entstehen Zapfenlöcher und Schlitze für eingelegte Bleche.
Entwurf -
Schmiege
Winkel zwischen zwei Linien oder Bauteilen. Der Begriff bezeichnet zugleich das Werkzeug, mit dem dieser Winkel abgenommen und übertragen wird.
Entwurf -
Schneelastzone
Geografische Einteilung nach DIN EN 1991-1-3, die die anzusetzende Schneelast auf dem Dach bestimmt. Sie ist eine wichtige Eingangsgröße für die Bemessung der Holzquerschnitte.
Entwurf -
Schwalbenschwanzverbindung
Formschlüssige Verbindung mit trapezförmiger Geometrie, die ein Herausziehen der Bauteile erschwert. Im Ingenieurholzbau wird sie meist maschinell als Schwalbenschwanzzapfen gefertigt.
Entwurf -
Schwelle
Unterer waagerechter Balken einer Wand- oder Fachwerkkonstruktion. Die Schwelle verteilt die Lasten der Ständer und bindet die Wand am Fußpunkt.
Entwurf -
sd-Wert
Wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke eines Baustoffs in Metern. Ein höherer Wert bedeutet einen größeren Diffusionswiderstand.
Entwurf -
Sockelabstand
Abstand eines Holzbauteils zum Gelände oder zu wasserführenden Flächen. Er verringert die Belastung durch Spritzwasser und Schnee.
Entwurf -
Sparren
Die geneigten Balken eines Daches, die die Dachlasten aufnehmen und die Dachfläche bilden. Ihr Querschnitt und Abstand hängen von Spannweite, Dachneigung und Schneelast ab.
Entwurf -
Sparrendach
Dachkonstruktion, bei der sich gegenüberliegende Sparren gegenseitig abstützen und am First verbunden sind. Es kommt ohne Pfetten und Stützen im Dachraum aus.
Entwurf -
Sparrenpfettenanker
Metallverbinder, der einen Sparren mit der Pfette verbindet und gegen Abheben und Verschieben sichert. Er ergänzt oder ersetzt die Kerve.
Entwurf -
Sprengwerk
Tragwerk, bei dem schräg angeordnete Druckstreben die Lasten zu den Auflagern leiten. Es verkürzt die freie Spannweite eines Trägers.
Entwurf -
Stabdübel
Glatter zylindrischer Stahlstab, der Kräfte zwischen Holzbauteilen oder zwischen Holz und Stahlblech überträgt. Er sitzt passgenau in einer Bohrung.
Entwurf -
Ständer
Senkrechtes tragendes Holz einer Wandkonstruktion. Ständer stehen zwischen Schwelle und Rähm und werden in gleichmäßigen Abständen eingeteilt.
Entwurf -
Stehender Stuhl
Dachstuhl, bei dem die Pfetten von senkrechten Stützen getragen werden. Die Stuhlsäulen stehen dabei über tragenden Wänden oder Unterzügen.
Entwurf -
Strebe
Schräg angeordnetes Bauteil zur Ableitung von Druckkräften und zur Aussteifung einer Konstruktion. Streben verkürzen Spannweiten und stabilisieren gegen horizontale Lasten.
Entwurf
T
U
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U-Wert
Wärmedurchgangskoeffizient eines Bauteils. Er beschreibt, wie viel Wärme je Quadratmeter und Kelvin Temperaturunterschied verloren geht.
Entwurf
V
-
Versatz
Holzverbindung zur Übertragung von Druckkräften, häufig zwischen Strebe und Schwelle oder zwischen Sparren und Deckenbalken. Die Kraft wird über eine Stirnfläche eingeleitet.
Entwurf -
Vollgewindeschraube
Holzbauschraube mit durchgehendem Gewinde, die hohe Zug- und Verstärkungskräfte überträgt. Sie wird auch zur Querzugverstärkung und für Schubverbindungen eingesetzt.
Entwurf -
Vorschubgeschwindigkeit
Geschwindigkeit, mit der Werkstück oder Werkzeug während der Bearbeitung bewegt wird. Sie beeinflusst Oberfläche, Standzeit und Taktzeit.
Entwurf
W
-
Wahre Länge
Tatsächliche räumliche Länge eines schräg liegenden Bauteils, etwa eines Sparrens oder Schifters. Im Grundriss erscheint sie verkürzt.
Entwurf -
Walmdach
Dachform, die auch an den Giebelseiten geneigte Dachflächen (Walme) besitzt. Beim Krüppelwalm (Schopfwalm) ist der Walm verkürzt und sitzt nur im oberen Bereich der Giebelseite.
Entwurf -
Walzenfräser
Zylindrisches Fräswerkzeug, das größere Holzflächen und Ausnehmungen leistungsfähig bearbeitet. Es nimmt breite Späne in einem Durchgang ab.
Entwurf -
Wärmebrücke
Bereich eines Bauteils, durch den mehr Wärme nach außen gelangt als durch die angrenzenden Flächen. Dort sinkt die Oberflächentemperatur und Tauwasser wird möglich.
Entwurf -
Wärmeleitfähigkeit
Eigenschaft eines Materials, Wärme zu leiten. Ein niedriger Wert kennzeichnet einen guten Dämmstoff.
Entwurf -
Wasserdampfdiffusion
Wanderung von Wasserdampf durch Baustoffe aufgrund unterschiedlicher Dampfdrücke. Sie verläuft langsam und über die gesamte Bauteilfläche.
Entwurf -
Wechsel
Quer eingebautes Bauteil, das Lasten überträgt, wenn ein durchgehender Balken oder Sparren wegen einer Öffnung unterbrochen wird. Typisch bei Treppenöffnung, Kamin und Dachfenster.
Entwurf -
Werkplanung
Detaillierte Planung, nach der Bauteile hergestellt und vorbereitet werden können. Sie enthält alle Maße, Bearbeitungen und Kennzeichnungen.
Entwurf -
Werkstückspannung
Fixierung eines Bauteils während der Bearbeitung, damit es sich nicht verschiebt oder verdreht. Sie bestimmt mit, welche Bearbeitungen in einem Durchlauf möglich sind.
Entwurf -
Werkzeugkorrektur
Anpassung der Werkzeugbahn an Durchmesser, Länge oder Verschleiß eines Werkzeugs. Ohne sie stimmen die gefertigten Maße nicht mit den geplanten überein.
Entwurf -
Werkzeugmagazin
Maschinenteil, in dem Säge-, Bohr-, Fräs- und Markierwerkzeuge bereitgehalten werden. Seine Größe begrenzt, wie viele Bearbeitungen ohne Rüsten möglich sind.
Entwurf -
Werkzeugwechsler
Einrichtung, die das benötigte Werkzeug automatisch aus dem Magazin nimmt und in das Aggregat einsetzt. Sie erspart das Rüsten von Hand.
Entwurf -
Winddichtung
Außenseitige Schicht, die das Durchströmen der Wärmedämmung mit Außenluft verhindert. Sie bleibt dabei diffusionsoffen.
Entwurf -
Winkelverbinder
Abgewinkeltes Stahlblech zum Anschluss von Balken, Stützen, Schwellen oder anderen Bauteilen. Es überträgt Kräfte über Nägel oder Schrauben.
Entwurf
Z
-
Zange
Paarweise angeordnete Hölzer, die Stützen, Sparren oder andere Tragglieder seitlich umfassen und miteinander verbinden. Zangen nehmen vor allem Zugkräfte auf.
Entwurf -
Zapfenverbindung
Traditionelle Holzverbindung, bei der ein ausgearbeiteter Zapfen in ein passendes Zapfenloch greift. Gesichert wird sie meist mit einem Holznagel.
Entwurf -
Zuganker
Metallverbinder zur Aufnahme hoher Zugkräfte, etwa an Wandenden oder zur Verankerung im Fundament. Er verhindert das Abheben und Kippen von Wandscheiben.
Entwurf
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Ausführliche Fachartikel finden Sie im Ratgeber, eine kompakte Gesamtübersicht im Holzbau-Glossar.